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Lippmann Hirsch Löwenstein

Die Rezeption der Damaskus-Affäre wurde in Deutschland anfangs maßgeblich vom Literaten Heinrich Heine, der zu jener Zeit als Korrespondent in Paris tätig war, befördert. Doch bereits während sich die Lage im Damaskus des Jahres 1840 weiter verschärfte, beobachtete ein weiterer deutschsprachiger Schriftsteller aufmerksam die Ritualmordanschuldigung gegen die dortigen Juden.
Lippmann Hirsch Löwenstein (1809–1850) war Gelehrter der hebräischen Sprache und gleichzeitig als Bibelkommentator tätig. Seine umfassenden Untersuchungen zur Damaskus-Affäre fasste er noch im selben Jahr in seinem Werk Damascia: Die Judenverfolgung zu Damaskus und ihre Wirkungen auf die öffentliche Meinung zusammen.
Als einer der ersten versuchte Löwenstein, eine sachlich begründete Untersuchung der Umstände darzubieten, um die Legende der jüdischen Ritualmorde mit Fakten zu widerlegen. Zu diesem Zweck präsentierte er in seinem Werk eine Vielzahl an Abschriften von Originaldokumenten. Hierzu zählten u. a. diplomatische Depeschen, private Briefe, erzwungene Geständnisse, Zeitungsartikel, Deklarationen und parlamentarische Beschlüsse. Der Ursprung dieser Dokumente war über den halben Erdball verteilt: Sie kamen aus Berlin, Leipzig, Wien, Paris, London und aus dem Nahen Osten.
Löwenstein gelang es in seinem Werk, durch die erdrückende Beweislast die Unschuld der angeklagten Juden aufzuzeigen und den Fall als eine fingierte List des französischen Konsuls von Damaskus, Ulysse Benoît de Ratti-Menton und seiner Mitverschwörer zu entlarven.

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