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Überregionaler Kult

Nicht nur in Trient selbst wurde der Kult zelebriert. Seine Verbreitung fand auch überregional starken Anklang. Der Kult wurde sowohl auf mündlichem als auch schriftlichem und künstlerischem Weg verbreitet.
Bei der literarischen Verbreitung sind vornehmlich zwei Autoren zu nennen. Das wäre zum einen der bischöfliche Leibarzt Giovanni Mattia Tiberino mit seinem Brief an die Stadt Brescia und zum anderen Albert Kunne mit seinem Druck zur Historie von Simon zu Trient. Beide Texte wurden zahlreich rezipiert und kopiert. Dabei spielte die neue Entwicklung des Buchdrucks eine große Rolle, da er die Vervielfältigung der propagandistischen Werke beschleunigte, wodurch auch die breite Masse erreicht wurde.1
Ebenfalls gibt es zahlreiche bildliche Darstellungen des Jungen in verschiedenen Formen und Arten. Viele sind als Fresken oder in literarischen Werken als Holzschnitte verarbeitet. Es lassen sich in Hinblick auf Simon von Trient drei typische Abbildungsarten unterscheiden. So gibt es die Darstellung des Martyriums, die des Jungen als Simon victima und als Simon triumphans.2 Durch Pilger*innen wurden die Wunder des Märtyrers verbreitet. So sollte schon am 31. März 1475 das erste Wunder von Simon bewirkt worden sein. Dies ist gerade aufgrund des Jahres 1475, das von Papst Sixtus IV. als ein Jubeljahr deklariert wurde, von Bedeutung. Es strömten die Pilger*innen nach Rom, wobei sie auch die Stadt Trient durchquerten und so von der Ritualmordlegende erfuhren, wenn sie diese nicht schon auf dem Weg gehört hatten. Dabei kamen Pilger*innen aus entfernten Regionen wie Brescia, Feltre, Mantua oder Padua, teilweise sogar aus Bergamo oder Ferrara.3

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