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Das Feuer überschreitet Grenzen – Ausländische Presse

Der ungeklärte Mord am kleinen Johann Hegmann in Xanten schlug auf lokaler und nationaler Ebene Wellen – so hohe, dass sich das preußische Abgeordnetenhaus in Berlin mit dem Thema auseinandersetzte. Sie brach sogar über Grenzen hinweg ein, bis in die ausländische Presse.. Dabei beschäftigten sich nicht nur jüdische Zeitungen mit dem Fall, sondern auch lokale und regionale Blätter. Obwohl der Anspruch eines Journalisten objektive Berichterstattung und gut recherchierte Fakten sein sollte, stützten sich viele der Zeitungen, ohne Überprüfung, auf Hörensagen und Aussagen Dritter.1 Dies sollte auch im Ausland nicht anders sein. Frankreichs römisch-katholische Tageszeitung La Croix berichtete über den Blutverlust des Jungen und merkte an, dass dieser sieben Liter verloren habe, auch wenn so eine Menge an Blut in dem kleinen Körper eines Kindes überhaupt nicht vorhanden sein kann. Antisemitische Tendenzen, wie in der deutschen lokalen und nationalen Presse, sind auch in ausländischen Zeitungen zu finden, so zum Beispiel in dem niederländischen Lokalblatt De Echo het Land van Cuijk. Die Tageszeitung empfand die sogenannten Judenlieder als nicht beleidigend und somit die Bemühungen der jüdischen Bevölkerung, die Verbreitung der Lieder zu verhindern, als unnötig. Sie kritisierte das Vorgehen, indem sie anmerkte, dass eben dieses nicht zur Verbesserung des Ansehens der Juden beitragen werde. Im Gegensatz dazu steht die jüdische Zeitung aus den Vereinigten Staaten The Reform Advocate, die Buschhoffs Freispruch als Schlag gegen die antisemitische Bewegung bejubelt und die antisemitische Presse kritisiert.

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